Der Architekt Daniel Brenner ist fast vierzig, als
er seinen ersten großen Auftrag erhält:
Er soll das kulturelle Zentrum eines Berliner Neubauviertels
projektieren und bauen. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter
will er seine Träume von lebensnaher Architektur
verwirklichen. Doch im Laufe der Zeit werden Projekt
wie Architekten immer mehr zurechtgestutzt ...
Peter Kahanes "Die Architekten" ist einer
der letzten DEFA-Filme, das Szenarium wurde noch
vor der Wende bewilligt. Er "war der erste
'tabulose' DEFA-Film. Die bittere Kritik, die er
übte, kam zu spät und doch war er der
wohl konsequenteste und wichtigste Wende-Film der
DEFA" (Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme).
Er übte Kritik an den verfilzten und verkrusteten
Strukturen der DDR, die ihren Bürgern nicht
die Möglichkeit ließ, ihren eigenen Weg
zu finden. Die Berufsgruppe der Architekten ist
dabei auch als Metapher für alle gemeint, die
etwas Neues schaffen wollten - darin eingeschlossen
neue Lebensräume und neue Lebensmöglichkeiten.
Dies trifft auch auf die Generation der zur Wendezeit
40-Jährigen besonders zu - sie wollten den
Sozialismus menschlicher machen, während sich
die folgende Generation schon konsequenter abgewendet
hat. Kahane und sein Kameramann Andreas Köfer
fanden dafür Bilder beklemmender Trauer und
Verzweiflung. Und so schrieb auch Kritiker Heinz
Kersten 1990: "Noch einmal wird DDR-Atmosphäre
in einem DEFA-Film ganz echt auf die Leinwand gebracht:
die kleine Nischenfreundlichkeit dessen, was man
heute gern Solidargemeinschaft nennt, und die große
Tristesse eines lähmenden Gefühls der
Vergeblichkeit."
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