Die Architekten

Spielfilm aus der DDR von 1990
Regie Peter Kahane
Drehbuch Thomas Knauf und Peter Kahane
Musik Tamás Kahane
Kamera Andreas Köfer
Darsteller Daniel Brenner - Kurt Naumann
Wanda Brenner - Rita Feldmeier
Renate Reese - Uta Eisold
Martin Bulla - Jürgen Watzke
Franziska Scharf - Ute Lubosch
Wilfried Berger - Jörg Schüttauf
Elke Krug - Catherine Stoyan
Ökonom Endler - Christoph Engel
Alter Werner - Dissel
und andere

Der Architekt Daniel Brenner ist fast vierzig, als er seinen ersten großen Auftrag erhält: Er soll das kulturelle Zentrum eines Berliner Neubauviertels projektieren und bauen. Mit einer Gruppe Gleichgesinnter will er seine Träume von lebensnaher Architektur verwirklichen. Doch im Laufe der Zeit werden Projekt wie Architekten immer mehr zurechtgestutzt ...

Peter Kahanes "Die Architekten" ist einer der letzten DEFA-Filme, das Szenarium wurde noch vor der Wende bewilligt. Er "war der erste 'tabulose' DEFA-Film. Die bittere Kritik, die er übte, kam zu spät und doch war er der wohl konsequenteste und wichtigste Wende-Film der DEFA" (Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme). Er übte Kritik an den verfilzten und verkrusteten Strukturen der DDR, die ihren Bürgern nicht die Möglichkeit ließ, ihren eigenen Weg zu finden. Die Berufsgruppe der Architekten ist dabei auch als Metapher für alle gemeint, die etwas Neues schaffen wollten - darin eingeschlossen neue Lebensräume und neue Lebensmöglichkeiten. Dies trifft auch auf die Generation der zur Wendezeit 40-Jährigen besonders zu - sie wollten den Sozialismus menschlicher machen, während sich die folgende Generation schon konsequenter abgewendet hat. Kahane und sein Kameramann Andreas Köfer fanden dafür Bilder beklemmender Trauer und Verzweiflung. Und so schrieb auch Kritiker Heinz Kersten 1990: "Noch einmal wird DDR-Atmosphäre in einem DEFA-Film ganz echt auf die Leinwand gebracht: die kleine Nischenfreundlichkeit dessen, was man heute gern Solidargemeinschaft nennt, und die große Tristesse eines lähmenden Gefühls der Vergeblichkeit."
   

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